Mercerisiert und gasiert?

| 5. März 2013 | 1 Comment
Cotton. Photo by David Nance.

Cotton.
Photo by David Nance.

Bei all den Fachbegriffen die uns in der textilen Handarbeitswelt über den Weg laufen, stehen auch wir erstmal vor Rätseln. Aber was ist denn eigentlich gasieren und mercerisieren, und superwash und Pilling usw.? Nach und nach werden wir Licht ins Dunkel bringen, wenn Du Lust hast, begleite mich doch heute in die Welt der Baumwolle!

Unbehandelte Baumwolle

Rohe Baumwolle zeichnet sich durch verschiedene natürliche Eigenschaften aus. Sie ist sehr saugfähig, kann viel Flüssigkeit einlagern,  ist fein und recht weich.  Dabei ist sie aber auch stumpf, nicht sehr glatt im Griff und lässt Farben nur matt erscheinen. Unter dem Mikroskop sieht man Fasern die mit einem großen Hohlraum ausgestattet sind, dies ist der Speicher in dem die Flüssigkeit landet, die Baumwolle aufnehmen kann.

Mercerisierte Baumwolle

Das Mercerisieren von Baumwolle ist ein Veredelungsverfahren dass der Engländer John Mercer in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Beim Mercerisieren wird Baumwolle unter Einwirkung von Zugspannung konzentrierter Natronlauge ausgesetzt. Hierbei quellen die Fasern auf, der Querschnitt verändert sich von nierenförmig zu rund und die Länge der Fasern verringert sich um bis zu 25 %. Diese Strukturveränderungen führen zu

  • seidenartigem, waschbeständigem Glanz,
  • besserer Färbbarkeit,
  • höherer Festigkeit und
  • besserer Dimensionsstabilität (= die Eigenschaft unter verschiedenen Umweltbedingungen das gleiche Maß beizubehalten)

Das Verfahren erhöht die Qualität der Textilien, ist aber sehr kostspielig. Daher wird es nur bei Textilien sehr hoher Qualität angewandt. Unter dem Mikroskop ist der vorher große Hohlraum der Fasern nun deutlich kleiner geworden ist, das bedeutet auch, dass mercerisierte Baumwolle deutlich weniger Flüssigkeit aufnehmen kann.

Gasierte Baumwolle

Das Gasieren, Abflämmen oder Sengen ist ein industrielles Veredelungsverfahren für Baumwolle und andere Fasern. Dabei werden überstehende Fasern maschinell, meist über einer Gasflamme, abgesengt bzw. abgebrannt oder abgeflammt.

Durch dieses Verfahren erhält das Produkt eine besonders glatte, feine und klare Optik, die Ware wirkt eleganter und griffiger. Zusätzlich wird die Neigung zu verschmutzen, sowie die Pillingbildung (= Fussel bzw. kleine Knötchen die sich durch Reibung auf dem Gestrickten bilden) reduziert. Der Arbeitsgang des Gasierens kann bei Naturfasern, wie Baumwolle, sowohl vor als auch nach dem Färben durchgeführt werden.

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Comments (1)

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  1. Lydia sagt:

    Sehr schöne Erklärungen für die oben genannten Fachbegriffe. Genau danach habe ich gesucht.

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